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Coronavirus - die Bedeutung der Expresslogistik in globalen Ausnahmesituationen

Das Coronavirus lässt die Welt nicht los. Noch Mitte Februar sah es so aus, als wäre das Gröbste vorbei. Die Zahl der Infizierten in China war rückläufig und bekannte Werke fingen langsam an ihre Betriebe wieder aufzunehmen. Doch seit Italien nördliche Gebiete wegen des Virus abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt hat, sieht die Situation anders aus.

Am 26.02.2020 gab es erstmals mehr neu gemeldete Fälle außerhalb der chinesischen Volksrepublik, als innerhalb. Das Virus konnte inzwischen in 40 Ländern nachgewiesen werden. Nach China sind vor allem Südkorea, der Iran und Italien betroffen. Durch die Nähe zu Italien bereitet sich nun auch die deutsche Bundesregierung auf eine Zunahme der Infektionen vor. Nach Regierungssprecher Steffen Seibert sei durch die Ausbreitung des Coronavirus in Italien eine herausfordernde Lage für Deutschland entstanden.

Was hat die aktuelle Lage für Auswirkungen auf die Wirtschaft? Könnte es doch noch zu einem Produktionsstillstand in Deutschland kommen? Welche Handlungsmöglichkeiten haben deutsche Unternehmer, um einen Stillstand des Werkes zu vermeiden?

Wie sieht die derzeitige Situation aus?

In China sind bisher (Stand 27.02.2020) 78.630 Krankheitsfälle gemeldet worden, in Korea liegt die Zahl bei 1.595 und in Italien bei 400 Infizierten. In den am stärksten betroffenen Ländern wurden vom Robert-Koch-Institut Risikogebiete ausgerufen, in denen eine andauernde Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet wird. Diese sind:

- In der Volksrepublik China: die Provinz Hubei, in welcher die Stadt Wuhan liegt, und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo und Taizhou in der Provinz Zhejiang.

- Im Iran: Provinz Ghom.

- In Italien: Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

- In Südkorea: Provinz Nord-Gyeongsang.

Sowohl China als auch Italien haben zur Eindämmung des Virus zu radikalen Maßnahmen gegriffen. Beide Länder haben die betroffenen Regionen und Städte abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt, in der Hoffnung, die Krankheit so besser eindämmen zu können. In der Volksrepublik darf zudem keiner, der Kontakt mit Menschen aus den abgeriegelten Gebieten hatte, das Haus für zwei Wochen verlassen, um die Gesellschaft nicht zu gefährden.

Peking hat demnach mehr als die Hälfte der chinesischen Bevölkerung, und somit 10 Prozent der Weltbevölkerung, unter Quarantäne gestellt: Läden und Firmen bleiben geschlossen, Straßen sind wie leergefegt. Trotz dieser Maßnahmen ist das Virus in der Provinz Hubei weiterhin außer Kontrolle. Damit infiziert das Coronavirus auch die chinesische Wirtschaft. Hubei liegt geographisch perfekt, um alle wichtigen Städte und Häfen beliefern zu können. Daher findet man dort 90 Prozent der Wirtschaft der Volksrepublik. Auch das Wirtschaftszentrum Italiens liegt im abgeriegelten Bereich und die Quarantäne im Norden Italiens könnte demnach Auswirkungen auf deutsche Produktionen haben.

Auswirkungen auf die globale Konjunktur

Die konkreten Auswirkungen auf die globale Konjunktur können zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestimmt werden. Bisher wird davon ausgegangen, dass die Auswirkungen des Coronavirus vergleichbar mit der SARS-Epidemie von 2003 sind. Jedoch könnte sich das Covid-19 Virus auch gravierender auf die Weltwirtschaft auswirken, da Chinas Wirtschaft heute dreimal so groß ist wie damals und die Volksrepublik nun einen signifikant höheren Anteil am Welthandel hat.

Die Krankheit verunsichert daher nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmer und Investoren. Messen wurden aufgrund des Virus abgesagt und die Kaufkraft in China hat sich bereits enorm verringert.

Sollte sich die Situation in Südkorea und Italien verschlimmern, könnten auch dort mehr Menschen zu Hause bleiben und der Konsum sinken. Dies könnte auch Auswirkungen auf Verbraucher haben, die vom Virus bisher gar nicht betroffen sind.

Ein sogenannter Nachfrageschock würde entstehen.

Zudem verlangsamt das Coronavirus die Produktion in chinesischen Betrieben oder legt sie teilweise sogar lahm, so dass Lieferketten unterbrochen werden und somit auch in Europa bald ein Produktionsstillstand folgen könnte.

Logistik, Luftfracht und Schiffsfrachten

Die Logistik-, Luftfracht- und Schiffsfrachtbranche müssen wegen der Epidemie Krisenmanagement betreiben. So haben mehrere Airlines die Passagierflüge nach China verringert oder sogar ganz eingestellt. Da viele Waren aus China als Beifracht exportiert werden, müssen die Waren nun auf anderem Wege verschickt werden. Allerdings sind auch chinesische Häfen teilweise gesperrt oder Schiffe, welche in den letzten 14 Tage in einem Hafen der Provinz angelegt hatten, dürfen nicht in einen anderen Hafen einlaufen. Globale Lieferketten von Just-In-Time Produktionen geraten so unter enormen Druck.

Zudem haben große Reedereien wie Cosco und Maerks mehr als 70 Containerschiffe seit Anfang Februar nicht auslaufen lassen. Zwar kommen derzeit noch Schiffe aus China in Deutschland an, dies liegt aber an der Dauer der Überfahrt von sechs Wochen. Bald werden weniger Schiffsfrachten aus der Volksrepublik ankommen und dadurch können Produkte in Europa knapp werden, insbesondere Medikamente.

Auch die Charterraten für Massengutschiffe sind um bis zu 40 Prozent zurückgegangen, da die stillgelegten chinesischen Fabriken weniger Rohstoffe benötigten. Containerschiffe haben ebenfalls zu kämpfen, da sowohl Hafenarbeiter als auch Lkw- und Kranfahrer fehlen. Dadurch kommt es zu längeren Liegezeiten, welche abermals zu Engpässen führen.

Der Logistikdienstleister DHL hat seine Tätigkeit sowohl in den betroffenen Gebieten in China und Südkorea als auch in den italienischen Provinzen eingestellt. Es wird für Unternehmen daher immer schwieriger an Teile und dringend benötigte Waren aus den genannten Ländern zu kommen.

Was bedeutet das für Deutschland?

Da die chinesische Regierung ein Reiseverbot verhängt hat, bleiben Touristen aus dem Land der Mitte natürlich aus. Diese stellen einen Großteil der Abnehmer von deutschen Produkten dar, weil das Qualitätsmerkmal "Made in Germany" in China sehr beliebt ist. Die deutschen Produkte werden jedoch nicht nur auf Urlaubsreisen gekauft, sondern auch direkt vor Ort in der Volksrepublik. So gehen knapp sieben Prozent der deutschen Waren in die Volksrepublik, insbesondere Maschinenteile, Karosserien und Autoteile. Durch den Konsumverlust in China sind auch die Einnahmen der deutschen Betriebe, insbesondere der Autohersteller, um circa zwanzig Prozent gesunken.

Zudem werden zahlreiche Produktteile in China produziert. Durch das Coronavirus wurden viele Betriebe lahmgelegt, so dass deutsche Unternehmer dringend benötigte Teile nicht mehr erhalten. Dies betrifft insbesondere die Pharma-, Auto- und Textilbranche, welche einen Großteil ihrer Waren in Asien herstellen lassen. Es wird demnach in jedem Fall zu weiteren Engpässen kommen. Durch den Ausbruch von Covid-19 in Italien könnten sich die Lieferschwierigkeiten ausweiten, da die italienische Wirtschaft zum Großteil in den betroffenen Gebieten sitzt. Zudem kommen zahlreiche Lebensmittel aus Italien. Auch hier bereiten sich die Unternehmen auf Lieferengpässe vor.

Durch den bestehenden Handelskonflikt zwischen den USA und China wurden bereits einige Lieferbeziehungen zerschnitten und das wirtschaftliche Wachstum gebremst. Das Coronavirus dämmt die Vorhersagen für das deutsche Wirtschaftswachstum nun noch mehr. So sind Experten bisher von einem Wachstum von 1,1 Prozent ausgegangen.

Durch das Virus wurde diese Aussage auf 0,6 Prozent bis Ende des Jahres korrigiert, wobei das Wachstum für das erste Quartal 2020 nur noch 0,1 Prozent betragen könnte. Durch den Konflikt zwischen China und den USA, sowie den Brexit, befand sich die deutsche Konjunktur bereits Ende 2019 in einem Tief. Wegen dem Virus rechnen Experten nun frühestens im zweiten Quartal mit einer Erholung der deutschen Wirtschaft.

Was sind die Bedrohungen durch das Virus für den Handel?

Die größten Bedrohungen für den Handel durch das Coronavirus sind vor allem die Unterbrechung von Lieferketten, Lieferengpässe und daraus resultierend eine geringere Produktion oder sogar ein Produktionsstillstand. Die drastischen Maßnahmen der Regierungen sind daher als Hauptursache der wirtschaftlichen Folgen zu nennen. Durch die Werksschließungen und Reiseeinschränkungen kommt es zu Produktionsstillständen innerhalb Chinas, welche Lieferschwierigkeiten in Europa zur Folge haben. Insbesondere internationale und exportabhängige Unternehmen leiden unter den Folgen. Aber auch die Unterbrechung der Lieferketten ist eine enorme Gefahr, die alle Händler, Hersteller und Branchen betrifft.

Auch das ifo-Institut bestätigt, dass das Exportgeschäft besonders von der Epidemie betroffen ist. So fielen die Erwartungen der ifo auf minus 0,7 Punkte, während plus 0,8 Punkte ursprünglich prognostiziert wurden. Vor allem die Automobilbranche befürchtet einen starken Rückgang der Exporte, aber auch die Pharma- und Maschinenbaukonzerne gehen von einem rückläufigen Exportgeschäft aus. Durch den Ausbruch von Covid-19 in Italien ist zudem die Hoffnung auf eine baldige Besserung stark gesunken.

Aus Sicht von Experten werden die wirtschaftlichen Folgen für Unternehmer und Marken zudem in zwei Wellen zu spüren sein. Die erste Welle sind die derzeitigen deutlichen Verzögerungen und teilweisen Ausfälle von Lieferungen, da weite Teile der chinesischen Wirtschaft stillgelegt sind oder nur geringe Stückzahlen produzieren. Vor allem in der Textilbranche wird das zu Schwierigkeiten führen. Neue Modeartikel fehlen, sodass aktuelle Ware länger gehalten werden muss. So wird weniger Umsatz generiert und Mehrkosten entstehen, wenn Artikel rechtzeitig erscheinen müssen und daher hohe Frachtkosten in Kauf genommen werden.

Sobald die Produktion in China wieder ordnungsgemäß läuft, kommt es zu Überbeständen. Die neue Ware hat keine Fläche mehr zur Verfügung, da der Verkaufszeitraum schon abgeschlossen sein und die folgenden Neuheiten verkauft werden sollten. Dieses Szenario ist noch drastischer in China, wo die Läden bereits seit Wochen geschlossen sind und somit ein Mehrbestand bereits vorhanden ist.

Um die Überbestände zu beseitigen, bleibt Händlern nichts anderes übrig, als die Artikel im Preis drastisch zu reduzieren oder sie an Outlets und Drittverwerter abzugeben.

Die Produktions-Stopps in China haben Just-In-Time-Prozesse unterbrochen, sodass auch europäische Werke zum Erliegen kommen könnten, wenn ein einziges, aber sehr wichtiges Teil für die Produktion fehlt. Andere Unternehmen haben mit höheren Lagerkosten zu rechnen, da sie sich mit zu viel Ware eindecken mussten, um eine fortlaufende Produktion zu gewährleisten.

Wozu führen diese Probleme?

Diese Probleme führen in erster Linie zu wirtschaftlichen Einbußen, im schlimmsten Fall sogar zum Produktionsstillstand. So sind die Autoverkäufe in China bereits um 20 Prozent eingebrochen, die stillgelegten chinesischen Werke von BMW oder Volkswagen laufen jedoch langsam wieder an.

Natürlich sind Störungen der Lieferkette keine Seltenheit. Schließlich gibt es immer wieder einmal Naturkatastrophen und andere unvorhergesehene Ereignisse auf welche Unternehmen reagieren müssen. Durch das zunehmende Ineinandergreifen von Produktionen müssen Betriebe in der Lage sein, flexibel und schnell zu reagieren, sei es wegen eines Vulkanausbruchs oder einer Epidemie.

Daher müssen Warenaustausche geschaffen werden, welche nicht die Ausbreitung des Virus zu begünstigen. Ein eingeschränkter Warenaustausch, wie der verringerte Flugplan ins Zentrum von China, ist ein Ansatz. Eine komplette Eindämmung des Warenverkehrs sollte jedoch vermieden werden, da es sowohl Chinas als auch unsere Wirtschaft weiter schwächen würde.

Unternehmen sollten sich daher so gut wie möglich auf Engpässe in der Supply Chain vorbereiten. So gibt es kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen die Unternehmer einsetzen können. Zunächst sollte man sich einen Überblick über alle Ebenen der Supply Chain verschaffen, um mögliche Störungen zu erkennen und deren Auswirkungen bewerten zu können. Anschließend sollten die kritischen Versorgungswege und Bezugsquellen diversifiziert werden. So kann bei Bedarf zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten gewählt und Engpässe vermieden werden.

Wie können diese Probleme gelöst werden?

Lieferengpässe sind heutzutage ein gravierendes Problem, da sie zu Produktionsverzögerungen und sogar -ausfällen führen können. Die Industrie ist heute stark abhängig von reibungslosen Warenströmen und ununterbrochenen Lieferketten. Fällt ein Glied der Kette aus, kommt die Produktion zum Erliegen. Unternehmen müssen in solchen Situationen daher schnell und flexibel neue Lösungen finden, da sonst die Kunden zur Konkurrenz abwandern.

Werke könnten z. B. dringend benötigten Teile von Ersatz-Produzenten kaufen oder aus anderen Verteillagern liefern lassen. Doch wie kommen die Ersatzteile aufs Fließband in die Fabrik? Die betriebsinterne Logistik hat meist keine Kapazitäten oder Routen zu den Ersatzlagern und -produzenten. Zudem benötigt man, je nach Branche, spezielle Transporte, welche die hohen Rahmenbedingungen erfüllen.

Hier sollte man auf spezialisierte Speditions- und Logistikdienstleister zurückgreifen, die in den genannten Feldern Experten sind. Je nachdem wie dringend die Ersatzware benötigt wird, empfiehlt es sich einen Kurier mit einem Overnight oder Express Versand zu beauftragen. Eine Express Sendung wird so schnell wie möglich abgeholt, um dann in kürzester Zeit am Zielort wieder abgegeben zu werden. Ein Overnight Versand hingegen wird bis abends abgeholt und am nächsten Tag bis 12:00 Uhr zugestellt. Overnight Aufträge sind somit weniger dringlich und dadurch günstiger.

Droht jedoch ein Produktionsstillstand ist Schnelligkeit gefordert. Dank des europaweiten Netzes garantieren wir bei CARGO7 die Abholung der Express Sendung innerhalb von 90 Minuten in ganz Europa. Der Fahrer holt ohne Umschweife die Lieferung am vereinbarten Ort ab und fährt dann, so schnell wie möglich, zum Empfänger. Durch den Direkttransport wird die Sicherheit der Ware durchgehend gewährleistet. Dabei sind wir durchgehend erreichbar - 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. So wissen Sie immer, wo sich die Lieferung gerade befindet. Ein Produktionsausfall und die damit verbundenen Kosten können dadurch vermieden werden.

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Quellen:

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/angebotsueberschuss-54314

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/coronavirus-weltwirtschaft-1.4796938

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/coronavirus-wirtschaft-lieferketten-1.4819433

https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/infiziert-das-corona-virus-die-deutsche-wirtschaft,RrWeG3y